Liebe Besucherin, lieber Besucher,

auf den folgenden Seiten finden Sie Informationen über den Förderverein und über Opfer des Nationalsozialismus aus Koblenz und Umgebung. Damit will der Verein für seine Arbeit werben. Er hat sich laut Satzung zum Ziel gesetzt, „den Gedanken des Mahnmals in Koblenz und Umgebung zu verbreiten“ sowie die „Verfolgung durch den Nationalsozialismus in Koblenz und Umgebung zu erforschen und zu dokumentieren“. In einem Dreischritt geht es darum, sich der Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurden, zu erinnern, ihnen weiterhin ein ehrendes Andenken zu bewahren und uns alle angesichts der Geschichte des Nationalsozialismus und der Biografien dieser Opfer zu mahnen, dass sich diese Geschichte, Inhumanität, Willkür, dieser Terror und Völkermord nie wiederholt – weder unter uns noch unter unseren Kindern und Kindeskindern, weder hier bei uns noch anderswo auf der Welt.
 


Geschichte und Arbeit

 

Die Anfänge des Fördervereins Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V. gehen in das Jahr 1996 zurück. Im Herbst trafen sich auf Einladung des Pfarr­gemeinderats von St. Elisabeth im Rauental an der Gedenkarbeit interessierte Koblenzer. Im Frühjahr 1997 wurde der Verein offiziell gegründet und im Vereinsregister eingetragen.

1998 begann der Verein mit der Tradition, zum 27. Januar, dem nationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, eine Gedenkstunde mit christlich-jüdischem Gebet zu veranstalten. Fortan betrieb er die Errichtung eines Mahnmals für die Opfer des Nationalsozialismus. Man entschied sich für einen Entwurf des Bildhauers Jürgen Waxweiler.

Als Standort wählte man eine Grünfläche im Regierungs- und Gerichtsviertel von Koblenz („Reichensperger Platz“), ganz in der Nähe des früheren Gestapo- und Gerichtsgebäudes und des Gefängnisses, also fast am „authentischen Ort“. Am 23. August 2001 wurde das Mahnmal eingeweiht.

Parallel zu dieser Phase der Vereinsarbeit erschien ein zweiteiliger Aufsatz, in dem erstmals das Thema „Verfolgung und Widerstand in Koblenz 1933 – 1945“ systematisch aufgearbeitet wurde. Ergänzt wurde diese Arbeit durch zahlreiche Kurzbiografien von Koblenzer NS-Opfern in der Presse und durch längere Beiträge in Heimat- Jahrbüchern.

Schon früh hatte der Förderverein die Idee einer Ausstellung über NS-Opfer aus Koblenz und Umgebung. Eine solche ließ sich aber auch in Verbindung mit den in Koblenz ansässigen Archiven nicht verwirklichen. Daraufhin griff der Verein zur Eigeninitiative und begründete mit zunächst 20 Biografien von NS-Opfern aus Koblenz und Umgebung auf Tafeln eine Dauerausstellung.

Planmäßig ging der Verein dann Jahr um Jahr an den Ausbau und die Ergänzung dieser Dauerausstellung. Inzwischen umfasst die Ausstellung über 100 Personentafeln und dazu ergänzende, weiterführende Lesemappen sowie je eine Einführungs-, Übersichts- und Chronologietafel. Schon wiederholt hat der Verein diese Personentafeln unter einem bestimmten Motto in Koblenz und an anderen Orten präsentiert. Auch ergänzen einzelne Tafeln vom Verein gezeigte Wanderausstellungen als regionaler Teil.

Die Dauerausstellung ist – in Teilen – ständig im Medienladen des Kurt-Esser-Hauses, Markenbildchenweg 38 (Nähe Hauptbahnhof und Busbahnhof), zu sehen. Wegen einer Besichtigung wird empfohlen, sich zuvor telefonisch mit dem Medienladen in Verbindung zu setzen. Die Telefonnummer lautet: 0261/36243. Teile der Dauerausstellung können von Schulen, Behörden, Vereinen u.a. auch ausgeliehen werden. Die Kontaktaufnahme hierzu erfolgt am zweckmäßigsten ebenfalls über den Medienladen.

Der Förderverein Mahnmal Koblenz ist auch an den seit dem 27. Januar 2007 stattfindenden Verlegeaktionen von Stolpersteinen für NS-Opfer in Koblenz beteiligt. Federführend dabei ist die Christlich-Jüdische Gesellschaft für Brüderlichkeit Koblenz. Inzwischen (Stand: März 2014) hat es 8 Aktionen mit insgesamt 89 personenbezogenen Stolpersteinen gegeben.

Im Laufe der Jahre hat sich der Förderverein Mahnmal Koblenz für seine Gedenkarbeit weitere Medien erschlossen. Seit 2005 sind fünf einstündige Dokumentarfilme entstanden: „Zeitzeugen des Nationalsozialismus in Koblenz und Umgebung – Dr. Heinz Kahn“ (2005), „Wenn Berge reden könnten – Die Tunnelanlagen von Dernau“ (2005), „Mittendrin und doch am Rande der Gesellschaft – Der Arbeiterpriester Clemens Alzer“ (2007) und „Werner Appel – Jüdisches Leben und Überleben in Koblenz 1933 – 1945“ (2009).und „’Mut, Leidensbereitschaft, Heiterkeit, das war sein Vermächtnis.’ - Der Koblenzer Armeeoberpfarrer und Widerständler Prof. Dr. Friedrich Erxleben (1883 – 1955)“ (2016). Diese Filme zur regionalen Geschichte der NS-Zeit in Koblenz und Umgebung können beim Förderverein Mahnmal Koblenz als DVD käuflich erworben werden. Sie sind auch ausleihbar im Medienladen des Kurt-Esser- Hauses.

Im Jahr 2012 hat der Verein eine Ausstellung ganz besonderer Art erarbeitet. Unter dem Titel: „Hugo Salzmann (1903 – 1979): Kommunist – Gewerkschafter – Künstler aus Bad Kreuznach“ wird die Biografie dieses ungewöhnlichen Widerstandskämpfers und Emigranten sowie seiner Familie umfänglich und mit vielen historischen und privaten Fotografien, Dokumenten, Video­aufnahmen mit Zeitzeugen, Originalton und auch Schnitzereien Salzmanns dargestellt. 2016 hat der Förderverein hieraus eine – gekürzte – Fassung in französischer Sprache erarbeitet und ebenfalls auf der Homepage eingestellt.

Geradezu der „Schlussstein“ in der vielfältigen und vielseitigen Gedenkarbeit des Fördervereins Mahnmal Koblenz ist die sehr umfangreiche Homepage mit der Adresse: www.mahnmalkoblenz.de. Auf dieser Webseite sind u.a. zu sehen die vollständige Dauerausstellung des Vereins mit den über 100 porträtierten NS-Opfern aus Koblenz und Umgebung, die Stätten der Verfolgung in Koblenz und Umgebung, Biografien von NS-Tätern aus der Region, Aufsätze des stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins Joachim Hennig sowie Schülerarbeiten und andere Arbeiten zur regionalen NS-Geschichte, eine Chrono- logie der Zeit von 1933 bis 1945, die sehr umfangreiche Arbeit des Fördervereins Mahnmal sowie die Berichterstattung hierüber sowie und vor allem die virtuelle Ausstellung „Hugo Salzmann“.

Die Homepage ist für hiesige Verhältnisse geradezu ein „Leuchtturm“. Mitte Dezember 2016 konnte der Förderverein den/die ein Millionste/n Besucher/in auf der Homepage begrüßen. Täglich (Stand: Januar 2017) sind es durchschnittlich mehr als 600 Besucher. Die virtuelle Ausstellung „Hugo Salzmann“, die sehr umfänglich besucht und separat geführt wird, wird sehr gut angenommen und hat bisher in der deutschen Version fast 34.000 und in der französischen Version fast 2.000 Gäste.

Ohne Übertreibung kann festgestellt werden, dass der Förderverein Mahnmal Koblenz in seinem fast 20-jährigen Bestehen und mit seinen zurzeit (Stand: Januar 2017) etwas mehr als 100 Mitgliedern einen festen und wichtigen Platz in der Gedenkarbeit in Koblenz und Umgebung hat. Überdies ist der Verein eingebunden in das rheinland-pfälzische Netz der Gedenkarbeit.

Er ist Mitglied in der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit im heutigen Rheinland-Pfalz. Der stellvertretende Vorsitzende des Vereins Joachim Hennig ist auch stellvertretender Vorsitzender dieser Landesarbeitsgemeinschaft und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats zur Gedenkarbeit in Rheinland-Pfalz. Doch damit nicht genug. Durch seine Homepage ist der Förderverein Mahnmal Koblenz weltweit präsent. In mehr als 50 Ländern der Erde greifen regelmäßig Besucher auf die Homepage zur Gedenkarbeit in Koblenz zurück.

Das alles klingt nach einer lokalen und regionalen Erfolgsgeschichte. Das ist es auch – ohne Zweifel. Das schließt aber nicht aus, dass Wünsche, auch sehr gewichtige Wünsche, offen geblieben sind und in absehbarer Zeit erfüllt werden müssen, wenn diese Geschichte ähnlich erfolgreich weitergehen soll.

Der erste Wunsch ist der nach sehr viel mehr Resonanz gerade in den Schulen und der Jugend vor Ort. Für den Verein ist es enttäuschend, dass seine zahlreichen Aktivitäten kaum in den Schulen und anderen Bildungseinrichtungen in Koblenz wahr- und in Anspruch genommen werden. Das gilt gerade auch für die Universität und die Hochschule. Von einem Engagement dieser Einrichtungen und ihres Personal kann erst recht keine Rede sein.

Der zweite Wunsch betrifft die finanzielle Situation des Vereines. Mit dem Mitglieds-Jahresbeitrag in Höhe von 12.-- € von inzwischen ca. 100 Mitgliedern kann keine ambitionierte Gedenkarbeit geleistet werden. Dass unter diesen Umständen überhaupt so viel und qualitativ sowie technisch Gutes erreicht wurde, liegt an dem einen oder anderen uns sporadisch gewährten Zuschuss und vor allem an der sehr engagierten und sich selbst ausbeutenden Arbeit der Macher. Eine stetige finanzielle Unterstützung des Vereins wäre deshalb sehr wünschenswert.

Der dritte Wunsch schließlich betrifft ein (kleines) NS- Dokumentationszentrum Koblenz. Es soll eine Anlaufstelle für die Gedenkarbeit in Koblenz sein. In dieses möchte der Förderverein Mahnmal Koblenz seine Sammlung von Dokumenten, Fotos, Unterlagen, Fotokopien aller Art, Zeitungsartikel und Literatur zum Thema einbringen. Es soll auch ein Ort der Präsentation und Begegnung sein. In ihm kann die Ausstellung des Vereins gezeigt werden. Auch können Filme und Materialien für eine vertiefende Beschäftigung mit den Menschen und Themen angeboten, weiterführende Hinweise gegeben und Arbeiten initiiert werden.

Das sind die drei Wünsche des Fördervereins Mahnmal Koblenz. Im Märchen gibt es eine gute Fee, die solche Wünsche erfüllt. Ob es in Koblenz auch eine solche Fee gibt – oder mehrere Feen? Die Gedenkarbeit in Koblenz, die Erinnerung an die verfolgten, geschundenen und ermordeten Opfer des Nationalsozialismus aus Koblenz und Umgebung haben es „verdient“. Auch wäre es eine gute Investition in die politische Bildung, für ein gedeihliches, friedfertiges und tolerantes Zusammenleben in Koblenz und für unsere Demokratie überhaupt – in Koblenz und anderswo, und das sollte es uns allemal wert sein.

Eins kann jeder tun: dem Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V. beitreten. Der Verein ist als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Eine Beitrittserklärung finden Sie mit dem Button auf der rechten Seite.

Bilder von oben nach unten:

1. Bild: Teil des Mahnmals für Opfer des Nationalsozialismus auf dem Reichensperger Platz.
2. Bild: Blick in die Dauerausstellung, präsentiert im Dienstgebäude des Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz in Koblenz.
3. Bild: DVD Cover Zeitzeugengespräch mit Dr. Heinz Kahn
4. Bild: Startseite der virtuellen Ausstellung „Hugo Salzmann“.

5. Bild: Gunter Demnig beim Verlegen von „Stolpersteinen“ in Koblenz.


Die Mitglieder des Vorstandes sind:

  • Dr. Jürgen Schumacher, Vorsitzender
  • Joachim Hennig, stellvertretender Vorsitzender
  • Heribert Heinrich, stellvertretender Vorsitzender
  • Alexander Wolff, Schatzmeister
  • Eberhard Pförtner, Schriftführer
  • Renate Schneider, Beisitzerin
  • Bodo Zielinski,  Beisitzer
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Der Vorstand seit dem 16. Juni 2015: von rechts nach links: Schatzmeister Alexander Wolff, Schriftführer Eberhard Pförtner, Beisitzer Bodo Zielinski, Vositzender Dr. Jürgen Schumacher, stellvertretender Vorsitzender Heribert Heinrich, Beisitzerin Renate Schneider, stellvertretender Vorsitzender Joachim Hennig.